Suiseki - Art - Hach

 

Die Suiseki Geschichte:

 Wie in chinesischen Dokumenten des 11. und 12. Jahrhunderts beschrieben wird, stammt die Suisekikunst von Bonseki „ Stein in Schale“ oder Kiseki „seltener Stein“, aus China. Natürlich war es damals nicht das gewöhnliche Volk, das sich mit Suiseki befaßte, sondern es waren ausschließlich die Schriftgelehrten, denen solche Steine als Meditationsobjekte dienten. Aber auch in Japan hat Suiseki eine lange Tradition. Die ersten Steine gelangten auf  Handelswegen von China nach Japan. Händler der Kentoshi-Gruppe haben vom 7. bis 10. Jahrhundert auch seltene Steine aus China importiert. Man weiß, daß berühmte Personen in Japan Steine besessen und gesammelt haben. Kaiser Go Daigo (1288-1339) besaß den wohl berühmtesten Stein, der jetzt im Besitz des Tokugawa-Museums in Nagoja ist. Erste Schriften über Suiseki findet man vom Shogun Ashikaga Yoshimasa (1436-1490). Er soll bei der Teezeremonie jeweils auch Steine in der Tokonoma (Wandnische im Teehaus) aufgestellt haben. Von da an soll sich die Kunst über das ganze Land verbreitet haben. Wesentlich mehr Literatur findet man in der Edo-Zeit (1603-1867). Suiseki und Bonsai erleben in dieser Zeit eine große Verbreitung, jedoch waren diese Künste ausschließlich dem Adel vorbehalten. Später konnten Suiseki und Bonsai auch von der normalen Bevölkerung gesammelt und bewundert werden. Das beide Kunst - und Kulturformen bis heute aktuell geblieben sind, hängt mit der speziellen und tiefen Verbundenheit des Japaners mit der Natur zusammen.

 

Suiseki verstehen, oder was ist Suiseki....

 

(…) Hier habe ich einen fast schwarzen, glänzenden Stein, der in unserer Kultur kaum beachtet würde. Erst durch wissende Hinweise lässt er sich richtig betrachten:

In seiner Form wird das Abbild einer Landschaft sichtbar. Er kommt aus Japan und entstammt einer künstlerischen Tradition, die sich Suiseki nennt, eine Kulturpraxis, die bis in die Steinzeit zurückgeht. Schon damals eigneten sich Menschen solche gefundenen, völlig unbearbeiteten Steine an und bewahrten sie als Kostbarkeit auf. In Japan konnten sich Menschen, die auf engstem Raum leben mussten, zu einer Zeit, als es noch keine Holzschnitte oder Fotografien gegeben hat, in Gestalt solcher Steine Abbilder einer freien Natur in ihren Haushalt stellen. Als Tradition lebt das auch im heutigen Japan fort. Daran lässt sich sehr schön verstehen, was es mit Medien an sich hat. Ein solcher Stein ist ein Medium, indem er eine Landschaft darstellt. Ohne Hinweis darauf würde er jedoch ignoriert, würde er bloß daliegen und irgendein Stein sein. Im Moment, wo die Artikulation des Künstlers dazukommt, der zeigende Finger also, denke ich plötzlich nach, was er zu bedeuten hat.
Der Zeigefinger ist ein frühestes Instrument der Kunstausübung, ob er nun auf eine Wolke oder auf das nicht so leicht erkennbare Abbild irgendeines Wesens aufmerksam macht. Das Zeigen auf den Stein veranlasst mich, ihn zu untersuchen. Ich werde plötzlich sehen, dass er einer weiten Berglandschaft, mit einem Tal, vielleicht mit einem Fluss, ähnlich ist. Wo aber bleibt nun der Zeigefinger wenn der Finder/Erfinder des Kunstwerks nicht mehr zugegen ist? Um dieser erklärenden Funktion Dauer zu geben, schneidet in unserem Fall der Künstler dem Stein einen Rahmen auf den Leib, der genau passt, der ihn als Sockel exakt umschließt. Da wackelt nichts, auch wenn man daran rüttelt. Jetzt ist das plötzlich ein Bild und darunter ist der Rahmen, so wie auch in der Malerei der Rahmen die Aufgabe hat zu sagen, Freund, nach innen musst du schauen. Was innerhalb des Rahmens ist, geht dich etwas an, innerhalb ist das, was ich mitteilen will. Der Stein wird also vom Rahmen umschlossen und dadurch zum Bild. Er wird zur plastischen Darstellung einer Landschaft, obwohl er völlig unbearbeitet ist. Er muss unbearbeitet sein, sonst gilt es nicht nach den Regeln des Suiseki. Er muss von der Natur vor/bereitet sein, gesucht werden, erkannt werden und selbst angeeignet werden. (…)

Wir danken dem Künstler/Philosophen Peter Kubelka und dem Herausgeber Christian Reder für die freundliche Erlaubnis den Text hier verwenden zu dürfen.

 

Link: Christian Reder

 

 

 

Die verschiedenen Grundformen der Suiseki:

Der Begriff Suiseki ist eine Abkürzung des ursprünglichen Begriffes SAN-SUI-KEI-SEKI.SAN (Berg) ; SUI = Wasser ; KEI = Szene ; SEKI/ISHI =Stein
 

1.Form:

YAMAGATA-ISHI (Berg-Stein)

Der Bergstein hat eine oder mehrere Bergspitzen bei guten Steinen sind Bergbäche oder Flüsse zu erkenne. Sehr gute Steine besitzen weiße Gipfel die Schnee oder Wolkenfelder andeuten. Bei den Bergsteinen unterscheidet man noch zwischen:

•KOHO-SEKI =  Einzelner-Berg-Stein
•SOHO-SEKI =  Doppelter-Berg-Stein
•SAMPO-SEKI= Dreifacher-Berg-Stein •REMPO-SEKI=  Bergketten-Stein

Die Unterteilung der Bergsteine gliedert sich noch in zwei wesentliche Unterkategorien:

1. TOYAMA-ISHI/ENZAN- SEKI = Distanz-Berg-Stein

Wie der Name schon sagt, erzeugt dieser Stein den Eindruck eines Berggipfels oder einer Bergkette, die aus großer Distanz am Horizont erscheint. Der Stein sollte deutliche Unterschiede in der Höhe der Berge und in der Anordnung der Gipfel zeigen. Immer sollte der Hauptberg in der Mitte oder im Hintergrund stehen. Die Oberfläche sollte bei guten Steinen zum Hauptberg hin feiner werden, wenn dann auch noch sanfte und flache Täler zwischen den Bergen sind, spricht man von einem hervorragendem Suiseki, bei dem  das Auge des Betrachters ohne große Mühe von Berg zu Berg schweifen kann.

2 .KIZAN-SEKI = Nah-Berg-Stein

Wie bei einem Berg aus der Nähe sieht man hier die Feinheiten der Bergwelt. Schluchten an steil aufsteigenden Spitzen mit deutlich rauhen und zerklüfteten Konturen.

2. Form:

TAKI-ISHI (Wasserfall-Stein)

Ein Stein, bei dem ein Wasserfall aus der Bergkette oder dem Berg herauskommt. Die genaue Anzahl ist nicht festgelegt. Bei guten Steinen erscheint dieser, meist aus Quarz oder anderem hellen Mineralien bestehende, Wasserfall nur an der Vorderseite.  In dieser Kategorie gibt es noch drei Unterkategorien:

• ITODAKI-ISHI = Stein mit dünnem Wasserfall
• NUNODAKI-ISHI = Stein mit breitem Wasserfall
• KAREDAKI-ISHI = Stein mit trocknem Wasserfall
 
 
 

3. Form:

KEIRYU-ISHI Bergfluss-Stein)

Der Fluss sollte aus dem hinteren Bereich des Stein durch die Täler der Berglandschaft zur Vorderseite fließen. Auch hier besteht der Fluss aus Quarz oder anderem hellen Mineralgestein. Fein gezeichnete Suiseki erzeugen den Eindruck eines Blickes aus dem Flugzeug auf eine Berglandschaft mit Fluss.
 
 
 

4. Form:

DAN-ISHI/DAN-SEKI (Plateau-Stein)

Ein Stein mit einem oder mehreren in Stufen angeordnetem, flachen Plateaus. Ideal ist eine dreistufige Treppe,  wobei die Länge des höchsten Plateaus ein Viertel der Treppe messen sollte und die senkrechten Flächen sollten scharf und vertikal sein.
 
 
 

5. Form:

SHIMAGATA-ISHI (Insel-Stein)

Die Unterschiede zwischen einem Bergstein und einer Insel ist nicht groß. Denn die Insel ist in sich etwas flacher und kleiner. Höhlen und Buchten deuten an, dass es sich um ein vom Wasser umspültes Eiland handelt, das man aus großer Distanz betrachtet. Die Berge oder Anhöhen laufen zum Wasser hin flacher aus und lassen dem Betrachter teilweise Buchten erkennen, in denen man,  wenn man die Insel in einem  Dai präsentieren möchte, Sand mit einbauen kann. Dieses verdeutlicht dann sehr schön, das es sich um eine Insel handelt.
 
 

6.Form:

DOHA-SEKI/DOHA-ISHI (Hang-Stein)

Hierbei handelt es sich um einen weich abfallenden, abgerundeten Hügel, der an seinen Enden flach ausläuft. Im Idealfall misst der Berg / Hügel ein Viertel der Gesamtlänge des Steins.
 
 
 

7.Form:

ISOGATA-ISHI (Ufer-Stein)

Hierbei sollte man deutlich sehen können, wie der Stein einer felsige Küstenlinie gleicht, die durch die Gezeiten ausgewaschen und aus-gespült wurde. Dies alles sollte so beschaffen sein, als wenn man es aus der Nähe betrachten würde. Je mehr Details erkennbar sind, desto besser der Stein. Auch hier gibt es zwei Unterkategorien:

• ARAISO-ISHI (Riff-Stein)
  Ein sehr flacher Stein, der ein Riff oder Untiefen darstellt.
 

• HIRASU-ISHI (Sandbank-Stein)
  Er zeigt eine Sandbank oder die gekräuselten Wellenspitzen, die sich in einer Bucht brechen.

 

8.Form:

MIZUTAMARI-ISHI  (Wasserbecken-Stein)

Ein Stein mit einer Vertiefung, die einem Bergsee, Teich oder Weiher darstellt. Die Vertiefung sollte im Bild des Steins dominieren. Man verstärkt den Eindruck des Teiches dadurch, dass man die Vertiefung mit Wasser füllt. Bei schwarzen Steinen gibt man dem Wasser etwas Milch hinzu. Suiseki, bei denen nicht nur der See sondern auch eine oder mehreren Bergen vorhanden sind, gelten als besonders selten und werden sehr hoch gehandelt.
 
 

9.Form:

IWAGATA-ISHI (Küsten-Stein)

Diese Suiseki sind so beschaffen das ihnen die spitzen fehlen und somit keine Berge suggerieren sondern viel mehr hohe, vom Wind und Wasser bearbeitete felsige Küstenlinien darstellen. Auch ist möglich, dass der Eindruck einer steilen Klippe oder eines einzelnen steil aus dem Meer ragenden Felsen entsteht. Die wertvollen Exemplare zeigen deutliche Zeichnungen an der Basis, die als Wellen oder Brandung gedeutet werden.
 
 

10. Form:

DOKUTSU-ISHI  (Höhlen-Stein)

Ein Suiseki, in dem sich als Hauptmerkmal eine Höhle befindet. Wenn die Höhle so tief ist, dass man deren Ende nicht sehen kann , oder der Gang nach links oder rechts abbiegt, spricht man von einem besonderen Höhlenstein.
 
 
 

11. Form: 

YADORI/AMAYADORI-ISHI (Zuflucht-Stein)

Der Stein besitzt einen Überhang, unter dem Bergwanderer bei einem plötzlichen Wetterum-schwung Schutz vor dem Unwetter finden. 
 
 
 

12. Form:

DOMON-ISHI  (Tunnel-Stein)

Der Suiseki sollte einen Tunnel oder Steinbogen zeigen, der durch die Wasserkraft des Meeres oder Flusses in das Gestein gespült wurde. Beispiele gibt es genug in der Natur.

Diese Aufzählung soll nur einen kleinen Einblick in Formen von Suiseki geben!

Natürlich ist es keine komplette oder ultimative Aufzählung. Es soll nur eine kleine Hilfe sein, damit man einen Stein grob einteilen kann.

 

 

 

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